Unter der Lupe


 
Im Januar



   Hagebutte im Winter



 


Die Früchte der Heckenrose sind im Winter eine willkommene Vitamin C- haltige Nahrungsquelle für Vögel.


 
Im Februar



  Windwurf

  


 


Im Februar hat es einige Frühjahrsstürme mit teilweise flächigen Windwürfen im Wald auch um Nürnberg herum gegeben. Selbst die tiefwurzelnde Kiefer konnte der Kraft des Windes, die regelrechte Schneisen in den Wald schlug, mancherorts nicht widerstehen.




 
Im März



   Blattaustrieb

  


 


Der Blattaustrieb unserer heimischen Strauch- und Baumarten wird weniger durch die Wärme als durch die zunehmende Tageslänge gesteuert. Sogenannte Pionierbaumarten wie Birke und Weide, die als Pionier auf freien, ungeschützten Flächen mit viel Licht und wenig Wärme auskommen, treiben früher aus, als die frostempfindliche Buche, die eine Tageslänge von mindestens 13 Stunden für Ihren Austrieb benötigt. Als eine der letzten Baumarten treibt die wärmeliebende Eiche aus. Der Austrieb der anderen Baumarten liegt irgendwann dazwischen. Auch treiben Bäume in geschützten Tieflagen früher aus, als Bäume in Hochlagen, Unterständer i.d.R. früher als Bäume der Oberschicht.
Manche Baumarten wie Eiche, Buche und Ahorn können Blattverluste durch Spätfrostschäden bzw. Insektenfraß durch einen zweiten Blattaustrieb dem sogenannten Johannistrieb kompensieren. Hierzu treiben Blattknospen, die für das nächste Frühjahr angelegt sind, schon um das Datum des Johannistages am 24. Juni aus.


 
Im April



  Buchenkeimling

  


 


Die einzelnen Buchensamen (Buchecker), die im Herbst durch Abwurf auf den Waldboden gelangt sind, unterliegen während des Winters einer Keimhemmung. Erst nach ungefähr drei Monaten der Lagerung und natürlichen Kälteeinwirkung beginnt der Buchenkeimling zu wachsen. Die ersten Blätter – sog. Keimblätter – sehen noch nicht wie die typischen Rotbuchenblätter aus.  Im zeitigen Frühjahr sind austreibende Buchenkeimlinge ein ganz typisches Bild in Buchenwäldern. Nach dem letztjährigen Mastjahr der Buche, wachsen dieses Frühjahr vielerorts massig Buchenkeimlinge heran und färben, den vom Herbstlaub noch braun gefärbten Waldboden, grün ein.


 
Im Mai



  Kiefernzweig mit männlicher 

  Blüte

  


 


Die Waldkiefer ist wie alle Nadelbäume getrenntgeschlechtlich und einhäusig, d.h. sie trägt sowohl weibliche wie männliche Blüten auf einem Baum. Die aufgeblühten männlichen Blüten sind länglich, walzenförmig und rotbraun mit gelbem Blütenstaub. Wie bei alle Nadelbäumen erfolgt die Bestäubung mit dem Wind. Die Blütezeit der Nadelbäume reicht von einem Schwerpunkt im Mai bis in den Juni hinein. Die erzeugten Pollenmengen sind enorm. Da die männlichen Blüten ihre Pollen nur bei günstigen Bestäubungsbedingungen (Wärme, Trockenheit, geringe Luftbewegung) entlassen und auch die reifen weiblichen Blüten nur dann geöffnet werden, wird die gesamte Pollenmenge häufig nur innerhalb weniger Blühtage abgegeben. Die gelbe Staubschicht ist jetzt allgegenwärtig. Auf Wasserflächen bilden sich gelbe Schleier. Der Volksmund spricht von Schwefelregen. Wenn man jedoch bedenkt, dass ein großer Teil der freigesetzten Pollen verloren geht, erscheint diese Massenproduktion notwendig.


 
Im Juni



  Streifenwanze

 

  


 


Die Gemeine Streifenwanze wird ca. 15 Millimeter lang. Ihr Körper ist auf der Oberseite auffällig rot-schwarz längsgestreift. Die auffällige Färbung schützt die Wanze vor Fressfeinden. Der Kopf ist sehr klein. Wie alle Wanzen hat die Streifenwanze einen Saugrüssel, das unterscheidet sie zu den Käfern, die beißende Mundwerkzeuge besitzen. Auch haben Wanzen keinen vollständig umschließenden Chitinpanzer wie Käfer. Die Streifenwanze täuscht dies nur durch ein sehr langes Schild vor. Wanzen besitzen nämlich im Gegensatz zu Käfern zum Teil durchsichtige Flügeldecken, so dass am Hinterende ein häutiges Feld entsteht, welches Membran genannt wird. Das Schild ist bei Wanzen sehr groß und dreieckig, zusammen mit der Membran bildet es ein typisches X-Muster auf dem Rücken. Das Schild ist manchmal wie bei der Streifenwanze so groß, dass es die häutigen Flügeldecken überdeckt und vollständig undurchsichtige Flügeldecken vortäuscht. Käfer zeigen hingegen eine gerade Naht an der Berührungslinie der zwei Flügeldecken. Die Gemeine Streifenwanze findet man hauptsächlich auf Doldenblütlern, von deren Säften sie sich ernährt.
Nach der Paarung im Juni heftet das Weibchen die Eier an Blattoberflächen und Blattstengeln an. Nach dem Schlupf bewacht das Muttertier die Larven und schützt diese durch ihre Färbung mit. Nach mehreren Häutungen sind die Streifenwanzen geschlechtsreif. Sie überwintern als ausgewachsene Insekten in der Bodenstreu.


 
Im Juli



  Wachtelweizen-Scheckenfalter

 

  


 


Der Wachtelweizen-Scheckenfalter ist als Scheckenfalter sehr schwer zu bestimmen, da es viele weitere ähnliche Arten gibt und seine Färbung und Zeichnung sehr variabel ist. Der Falter ist in Deutschland verbreitet, aber nicht mehr sehr häufig. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Verarmung von Waldsäumen ist er, wie viel Schmetterlingsarten, gefährdet und in seiner Verbreitung rückläufig.


 
Im August



  Pfifferling

 

  


 


Der Echte Pfifferling ist dotter- bis goldgelb und wächst in Nadel- und Laubwäldern, häufig in Symbiose mit Fichte und Kiefer, aber auch mit Buche und Eichen. Gerne besiedelt er mäßig trockene, nährstoffarme Böden. Er wächst oft sehr gesellig und an mehr oder weniger offenen, nur schütter von Gräsern, Stauden und Moosen bewachsenen Stellen.
Die Fruchtkörper des Echten Pfifferlings erscheinen von Juni bis November. Der Pfifferling war früher ein sehr häufiger Pilz, zeigt aber in Deutschland seit einiger Zeit erhebliche Rückgangstendenzen. Ursächlich hierfür werden Luftverschmutzung, Stickstoffeinträge, langjähriger Niederschlagsmangel, Grundwasserabsenkungen, forstliche Eingriffe und Bodenverdichtung durch Forstmaschinen vermutet.


 
Im September



  Holunderbeeren

 

  


 


Im September erscheinen die dunkelroten, fast schwarzen, traubenförmigen Holunderbeeren, auch Fliederbeeren genannt. Ihr Saft ist sehr reich an den Vitaminen C und B2 sowie ätherischen Ölen und Mineralstoffen. Rohe Holunderbeeren sind schwach giftig und können zu Bauchkrämpfen und Übelkeit führen, daher müssen die Beeren immer abgekocht z.B. als Saft, Marmelade oder Mus verspeist werden!
Die Holunderbeeren enthalten sekundären Pflanzenstoffe, die den Beeren ihre schwarzblaue Farbe geben. Diese Anthocyane sind starke Antioxidantien, die die menschlichen Körperzellen vor den Angriff freier Radikale schützen. Dadurch stabilisieren sie die Körperzellwände und stärken zusätzlich das Immunsystem.
Bei einer beginnenden Erkältung oder einem grippalen Virusinfekt ist der immunstärkende Holundersaft daher ein altbewährtes Hausmittel.


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